Landschaft

„Landschaft ist auch da – ja“, sang Nina Hagen 1974 in ihrem Schlager, „Du hast den Farbfilm vergessen“. Im digitalen Zeitalter ist das kein Problem mehr u. die heute 13jährigen werden fragen: „Farbfilm, häh? Und warum vergessen?“
Die Abbildung der belebten und unbelebten Umwelt ist kaum getrennt von der Natur- und der Architekturfotografie zu betrachten. Seit dem 19. Jhd. lichteten Fotografen die unberührte Natur ab. Hermann Krone u. unvergessen Anselm Adams im 20. Jhd mögen als zwei der bedeutendsten Vertreter dieser Gattung stehen.
Heutzutage ist die Auseinandersetzung mit dem richtigen Filmmaterial nebensächlich. Viel schwieriger ist es, wirklich unberührte Natur zu finden. Unsere Umwelt besteht kaum noch aus urbelassenen Landschaften. Selbst vermeintlich ursprüngliche Wälder sind durch den Menschen aufgeforstet. Landwirtschaft, Ausbeutung der Bodenschätze und nicht zuletzt die Kriege der Vergangenheit haben unsere Umwelt überformt. In den Wäldern Brandenburgs finden sich Panzermulden und Schützenlöcher aus dem 2. Weltkrieg. In denen Ostpreußens stießen wir gar auf Bunkeranlagen aus dem ersten Krieg. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Naturfotografen auch immer wieder den Einfluss des Menschen auf die Natur im Bild festhalten.
Gestalterisch hat sich einiges entwickelt. Ging es ehemals darum, die Landschaft mittels größtmöglicher Tiefenschärfe so wirklichkeitsgetreu und detailreich wie möglich darzustellen, wird heute mit diversen Filtern und unterschiedlichen Belichtungszeiten gearbeitet. Bewegtes Wasser mit überlangen Belichtungen sind groß in Mode. Dazu brauchts Filter die abdunkeln. Die Fotojournaille ist voll von Tipps und Tricks. Aber wie alles, was überstrapaziert wird, hat man sich irgendwann satt gesehen an Wasserfällen, die aussehen wie Zuckerwatte, oder spiegelglatten Meeresoberflächen.