Verlorene Plätze – Das „Hubertus-Bad“ Berlin

Bilder aus der Deutschen Vergangenheit

Spuren der Erinnerung, stolpernd entdeckt. Hier haben Generationen von Kindern Schwimmen gelernt. Das Hubertus-Bad im Berliner Bezirk Lichtenberg wurde 1928 unter denkbar schwierigen Bedingungen eröffnet. Hervorgegangen war es aus der Berliner Bäderbewegung, die sich seit dem Aufschwung Berlins zur Weltstadt (Gründerzeit) auf Initiative gesundheitsbewusster Mediziner, Intellektueller und Teilen des sozial eingestellten Bürgertums entwickelte. Die katastrophalen hygienischen Verhältnisse in den Arbeiterwohnungen Ende des Jahrhunderts dürften die Entwicklung begünstigt haben.
Nach dem Krieg wurde das Bad von der DDR weiter betrieben. 1991 schlossen sich die Pforten. Die 6 Mio Sanierungskosten wollte sich die Stadt nicht leisten. Halbherzig wurde nach Investoren gesucht, doch was sich nicht rechnet, is nix und findet keine privaten Geldgeber. Selbst die Weimarer Republik war in der Hinsicht schon weiter.

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Inzwischen darf man das Interieur besichtigen. Allerlei Kunstkitsch findet dort statt. Mit KI-inspirierten Miniaturen, die überall rumhängen, bis hin zu vollelektronischer Sinfonik, die der Bürger auf riesigen Lümmelkissen genießen darf, versucht man die 13,50€ Eintritt zu rechtfertigen. Die kann man nicht einmal in bar berappen, sondern muss sie via QR-Code mit dem allgegenwärtigen Smartphone buchen. Nette Mitbürger nahmen den Knipser mit rein, der den sprechenden Stein auf seinen WE-Ausflügen gemeinhin zu Hause lässt.
Die Fotografien sprechen die Sprache der verlorenen Orte, morbid, historisch, mit Bildern im Kopp aus einer längst vergangenen Zeit.

Zum Einsatz kam die etwas ältere Fujifilm X-S10 mit dem unlängst erworbenen 9mm Viltrox. Manche Räume waren sehr dunkel, was den Gebrauch höherer ISO-Zahlen notwendig machte. Angesichts des historischen Ambientes ist die leichte, Fuji-typische Körnung sogar förderlich in Bezug auf die Wirkung der Bilder.