Klein leicht scharf

Sigma 18-55mm F2.8

Die im Oktober 2023 angeschaffte Canon EOS R10 führte bisher ein stiefmütterliches Dasein. Ursprünglich war sie gekauft worden, um als leichtgewichtige Alternative zur R5 den Canon-Look auf Sparflamme zu fabrizieren. Die Fujis, allen voran die X-S20, die im fotografischen Alltag bevorzugt und gern benutzt werden, produzieren einen anderen Bildcharakter. Der ist nicht zu tadeln und versetzt Betrachter wie Lichtbildner regelmäßig in Entzücken.

Doch schon bei „Foto-Jobs“ im Eventbereich, wo zwei Kameras die unterschiedlichen Brennweiten abdecken sollen (24-70 und 70-200), ist diese Verschiedenheit nicht förderlich. Bisher scheiterte die Umsetzung am fehlenden Objektiv. Canon selbst bietet aktuell nichts Brauchbares an, sperrte obendrein das RF-Bajonett für Fremdhersteller. Zwar lässt sich mittels Adapter allerlei Altglas an die Spiegellosen ranpappen. Allein, die Größe solch eines Konstruktes ließ den Knipser lieber zur handlichen Fuji greifen. Zudem gibt es erhebliche Einbußen hinsichtlich Schärfe, Schnelligkeit und Fokusgeräusch.

Canon EOS R10 mit Kit 18-45mm/F4.5-6.3

Aktuelle Zoom-Objektive sind lautlos, schnell und vor allem scharf. Allerdings ist das 18-45-Kitobjektiv der R10 bestenfalls eine Notlösung. Was ihm fehlt ist eine akzeptable Lichtstärke sowie wichtige Millimeter nach oben (und unten).

Tamron 18-50mm (+RF-Adapter) für EF-S vs. Sigma 18-50mm RF-S

Vor etwa zwei Jahren durfte Sigma endlich ein paar Objektive fürs RF-S-Bajonett bauen. Dazu gehörte unter anderem das 18-50mm mit einer Offenblende 2.8, die den Namen verdient. Das Teil ist kompakt, leichtgewichtig und gemessen an anderen Gläsern nicht sehr teuer.

Sigma bei 50mm/F2.8

Screenshot 100%

Inzwischen findet sich dergleichen auf dem Gebrauchtmarkt und der Foto-Enthusiast kann eine ganze Menge Geld sparen. Nutzt er überdies das Angebot eines Gebrauchtwarenhändlers, unterliegen die Geräte wenigstens einer zwölfmonatigen Sachmängelhaftung, besser bekannt als „Garantie“.

Das Objektiv hält, was die Youtube-Einflüsterer vollmundig versprachen. Es ist robust, lautlos, mit zeitgemäßer Abbildungsleistung. Ein weiterer Pluspunkt ist die geringe Naheinstellgrenze, die einen Abbildungsmaßstab von bis zu 1:2,8 gestattet. Einzig der fehlende Bildstabilisator darf als Manko gerechnet werden. Mit ruhiger Hand gelingen bei 1/40 Sekunde gerade noch akzeptable Aufnahmen, denn die EOS R10 besitzt bekanntermaßen keinen IBIS. Bleibt zu hoffen, dass die Intention der Anschaffung, die bisher ungeliebte EOS R10 häufiger auszuführen, als Effekt auch eintritt.