Fuji im Einsatz

Erster Härtetest für die X-T5

Nach der eher ungewollten Anschaffung der X-T5 ergab sich die Gelegenheit, den Apparat unter denkbar ungünstigen Lichtbedingungen zu testen. Das Al Hamra im Berliner Prenzlauer Berg ist ein Restaurant mit Live-Bühne im Keller. Hier finden gelegentlich Konzerte, Lesungen, Vorträge statt, von einem illustren Publikum besucht, das man früher der alternativen Szene zugeordnet hätte, Durchschnittsalter 50+.

Am 12. Februar gab sich Boris Steinberg die Ehre, seine besinnlichen Chansons darzubieten, Gelegenheit, dieses „Event“ für die Nachwelt zu erhalten. Angesichts der wirklich miserablen Lichtverhältnisse (dunkel, permanenter Rotstich) stand die Entscheidung für monochrome Aufnahmen vorher fest.

Zum Einsatz kam das lichtstarke Viltrox 75mm/ F1,2 . Obzwar sich noch zwei weitere Brennweiten in der Kameratasche befanden, sollte es sich wieder einmal zeigen, dass man mit einer Linse auskommen kann. Die X-T5 hat sich gut geschlagen und stand der üblicherweise verwendeten Canon EOS R5 in nichts nach. Der Autofokus arbeitet zügig, die Augenerkennung darf als „magisch“ apostrophiert werden.

Bei einigen Schnappschüssen im Publikum, die unveröffentlicht bleiben, spielte das Klappdisplay seine Vorteile aus. Gewissermaßen unbemerkt kann sich der Lichtbildner an sein Opfer heranpirschen, eine treffliche Möglichkeit, auf der Straße ohne Aufsehen zu agieren.

Einzig die Gefahr der Mikroverwackler, die der hohen Auflösung geschuldet ist, gilt es zu beachten, zumal das Viltrox keinen eigenen Bildstabilisator besitzt. Angesichts des bewegten Motivs war eine Verschlusszeit von mindestens einer 160stel angebracht. Der ISO-Wert automatisch auf 6400 begrenzt, wurde von der Kamera oft genug bis an diese Marke gefahren. Der Sensor nahm’s gemütlich, denn dafür hält sich das Rauschen wirklich in Grenzen. Hier schwächeln weitaus teurere Boliden normaler Weise bereits. Fazit: Die X-T5 liefert – und zwar gnadenlos.

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Er war Sänger wie andere Bäcker…

Boris Steinberg – Chansonnier, Autor, Mensch. Am 12. Februar durfte ein erlauchtes Publikum dem Barden lauschen, der nach 40 Jahren auf der Bühne nicht nur singt, sondern zudem einiges zu erzählen hat. Er nimmt Bezug auf aktuelle Themen und spiegelt Teile der Vergangenheit gleichermaßen – die Leichtigkeit Berlins in den 90ern ebenso wie die Absurdität des Genderwahns, von dem er sich als Schwuler diskriminiert fühlt. Steinberg gibt zu, seit der „Corona-Pandemie“ sei er politischer geworden. Dabei beherrscht der Sänger die subtilen Töne. Gesellschaftskritik findet in seinen Liedern nicht mit dem Holzhammer statt. Höhepunkt der Show war seine Interpretation des Nena-Klassikers „Fragezeichen“, die das zahlreich erschienene Publikum im Al Hamra mit lebhaftem Applaus quittierte.