Bildbearbeitung mit KI – Luminar Neo
KI ist in aller Munde. Alles, was in irgend einer Weise dem Fortkommen der Menschheit dient, soll nun die künstliche Intelligenz richten.
Die Geschichte reicht weit zurück ins vorige Jahrhundert. Ab den 30er Jahren gab es erste Versuche, rechnergestützte Prozesse zu realisieren. Die Enigma war eine Verschlüsselungsmaschine, mit der die Nazis ihre Funksprüche verschlüsselten. Bekanntermaßen gelang es der Mannschaft um Alan Turing im Bletchley Park den Funkverkehr der Deutschen Wehrmacht zu knacken. Der erste frei programmierbare Rechner ging 1941 an den Start. Der Z3, entwickelt von Konrad Zuse, basierte auf dem Binärsystem und elektromechanischer Relaistechnik.
Der Terminus „Künstliche Intelligenz“ datiert auf das Jahr 1956, als John McCarthy den Begriff erstmals auf einer Konferenz in Dartmouth verwendete. Die Tagung hatte das Ziel, herauszufinden, „wie man Maschinen dazu bringt, Sprache zu verwenden, Abstraktionen und Konzepte zu bilden, Probleme zu lösen, die derzeit dem Menschen vorbehalten sind und sich selbst zu verbessern.” Parallel zur technischen Entwicklung nahm das maschinelle Lernen Fahrt auf.
Inzwischen sind Smartphones in der Lage, in kürzester Zeit mehr Daten zu verarbeiten, als mancher militärische Großrechner der 70er Jahre.
Was einmal in aller Munde ist, wird hemmungslos den Verwertungsmechanismen untergeordnet. Nicht allein, dass die sogenannte KI als Problemlöser funktionieren soll. Längst ist sie das Marketingargument schlechthin bei allem, was irgendwie mit Elektronik zu tun hat. Kameras, Radios, Autos, Kühlschränke sind nicht mehr nur Prozessor gesteuert. Nein, überall ist KI drin.
Noch herber trifft es diverse Bildbearbeitungssoftware. Topaz ist in der Lage, Motive zu erkennen und getrennt nach Subjekt und Hintergrund zu bearbeiten. In Adobe Lightroom lassen sich Objekte rückstandsfrei aus dem Bild entfernen und mit speziellen Plugins kann der Anwender Bilder erweitern und den fraglichen Inhalt nachberechnen lassen.
Die Liste ließe sich fortsetzen. Aktuell massiv beworben wird ein Bearbeitungsprogramm mit dem geheimnisvollen Namen Luminar Neo. Der Softwarehersteller Skylum hat seinen Sitz ausgerechnet in Kiev (und inzwischen in N.Y.City), so die Wikilügia. Die Machenschaften hinter den Kulisen, bei denen Google, Apple und andere mit dabei sind, sollen den Lichtbildner nicht weiter interessieren.
Mit Luminar Neo erhält er ein Programm, dass die üblichen Alltagsanforderungen der Bildbearbeitung mühelos abdeckt. Hinzu kommen eine ganze Reihe Werkzeuge, die wir von anderen Programmen nicht kennen oder nur in ungenügender Umsetzung. So lassen sich bei Landschaftsaufnahmen durch den Austausch des Himmels und das Hinzufügen künstlicher Sonnenstrahlen komplett neue Stimmungen erzeugen. Auch beim Porträt gibt es eine ganze Reihe nützlicher Tools: Augen größer, Iris glänzend, andere Farbe, Lippen betont, Gesicht schmaler, Lippen voller, roter und vieles mehr. Bemerkenswert ist, dass die Veränderungen eher behutsam umgesetzt werden. Man erkennt das Ausgangsbild immer. Ein krasses Verbiegen ist kaum möglich.
Luminar Neo ist bei den meisten Anwendungen vergleichsweise schnell. Insbesondere das Reinladen der Bilddateien, egal welchen Formates, geschieht einfach via Drag&Drop. Aufwändige, zuweilen umständliche Archivierungstools wie bei Lightroom sind nicht vonnöten. Die Software kommt all jenen entgegen, die mal eben schnell eine RAW-Datei bearbeiten und umwandeln wollen. Interessanterweise ist es Luminar offenbar egal, welches Dateiformat da gerade geladen wird. Ein Unterschied in der Bearbeitung von JPGs oder RAWs war nicht festzustellen. Aktuell gab’s das Programm für mehrere Rechner gerade für 70€. Kein lästiges Abo, keine Clouds, ein Programm alter Schule. Man kauft es und dann hat man’s.
Beispiele Für KI-generierte Looks bei einer simplen Plattenbau-Landschaft:







