Aus der Slowakei angeflogen kam die Tage eine Asahiflex IIB. Erstaunlich, wie ein derart seltenes Modell in dieses kleine Land südlich der Tatra geraten konnte. In Deutschland kaum zu kriegen, war der Erwerb der Kamera eher ein Zufallstreffer. Asahiflex Kogaku war der erste japanische Hersteller, der sich ab 1952 erfolgreich an Spiegelreflexkameras versuchte. Zu dieser Zeit kopierten Canon und Nikon noch deutsche Messsucherkameras. Aus Asahiflex wurde später Pentax.
Die sehr gut erhaltene Kamera Bj. 1954 ist auffallend klein und fühlt sich sehr geschmeidig an. Der Verschluss arbeitet butterweich und vermittelt einen ersten Eindruck davon, zu welchen Höchstleistungen japanische Kamerabauer später in der Lage sein sollten. Bemerkenswert ist sowohl der sogenannte Sportsucher, den wir zeitgleich auch bei der Praktina finden, sowie der erstmalig in dieser Art vermarktete Rückschwingspiegel. Während es bei der Konkurrenz nach Auslösen dunkel im Schacht blieb, gab bei der Asahiflex ein Federmechanismus das Bild wieder frei. Dergleichen hatte es zwar bereits 1949 bei der ungarischen Duflex gegeben, blieb jedoch für das internationale Geschehen weitestgehend folgenlos. Es ist freilich nicht auszuschließen, das die gewieften Japaner sich bei den Magyaren was abgeguckt hatten.

Stellt man die erste Praktica sowie eine Schraubleica daneben, lassen sich einige verwandschaftliche Merkmale nicht leugnen. Dennoch ist die frühe Asahiflex eine sehr eigenständige Kamera und anders als die Canons und Nikons jener Zeit weit davon entfernt, ein zweiter Aufguss deutscher Vorbilder zu sein.