Verlorene Plätze – Sporthotel Hohenschönhausen

Bilder aus der Deutschen Vergangenheit

Immer wenn die öffentliche Meinung bemänteln will, warum man DDR-Volksvermögen verrotten lässt oder einfach abreißt, heißt es, es handele sich um sogenannte „Prestigebauten“, einzig dazu da, von der Überlegenheit des Sozialismus zu künden. Dieses Schicksal betrifft neben dem Palast der Republik und dem SEZ auch das Sporthotel Hohenschönhausen nebst Kongresszentrum. Für die Erbauung des Hotels brauchte die DDR gerade mal zwei Jahre (1960-62). Und natürlich, so liest man es in der Berliner Morgenpost, hatte die „Stasi“ ihre Hände mit im Spiel. Deren Minister Erich Mielke war ein großer Fußballfan, was dem BFC Dynamo später Ruhm und Ehre einbringen sollte. Zehn Mal in Folge (1979-88) wurde der Club DDR-Meister. Das konnten in der BRD nur die Bayern besser, die es zwischen 2013 und 2023 auf elf Titel hintereinander brachten (insgesamt 34).

Einst reichten sich hier berühmte Sportler die Klinke in die Hand. Franzi vom Almsick, Emil Zátopek, die englische Fußballmannschaft u.v.a. waren Gäste. Die Erweiterung wurde erst 1988 fertig gestellt, musste jedoch 1996 seine Pforten wieder schließen. Seither geschieht – nichts.

Einst gesichert wie ein Hochsicherheitstrakt, gibt es unterdessen ein Loch im Zaun, und auch das Gebäude selbst ist über ein offenes Kellerfenster mühelos zu erreichen. Wenngleich Fujis X-T5 in der Fototasche ihrer Aufgabe harrte, kam für dieses Mal die „alte“ X-T20 zum Einsatz. Und wieder war es das 9mm Superweitwinkel von Viltrox, was dem Ambiente den gewünschten Look abrang.

Das ganze Interieur ist von innen und außen mit Graffitis übersät. Intakte Glasscheiben sind kaum vorhanden. Durch die Säle streicht der Wind. Doch dem Stahlbeton kann die Witterung offenbar wenig anhaben. In den Hotelzimmern findet sich noch einiges an Mobiliar, Einbauschränken und Regalen. Die Räumlichkeiten lassen allenfalls einen Hauch der einstigen Pracht erkennen.