Da seit längerem die Rubriken kaum aktualisiert wurden, bestand die Notwendigkeit, die Seite Digital auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Viel ist passiert in den letzten 10 Jahren. Die Etablierung spiegelloser Systemkameras darf mit Recht als eine Revolutionierung der Fotografie betrachtet werden. Dem Lichtbildner stehen inzwischen Werkzeuge zur Verfügung, die ihn gestalterisch kaum noch ausbremsen. Wer heute noch „schlechte“ Fotos erzeugt, ist gewissermaßen selbst schuld. Objektive sind scharf wie nie, Sensoren lösen in einer Genauigkeit auf, davon konnten die Pioniere der Fotokunst nur träumen. Hinzu kommt ein vielgestaltiges Angebot von Bearbeitungstools. Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Rückstandsfreie Retusche, Rauschunterdrückung, Nachschärfen bis hin zur Gesichter-Rekonstruktion – nichts, was die aktuelle Bearbeitungssoftware von Adobe, Topaz u. anderen vor größere Probleme stellt, mit zunehmender Tendenz.
Sogenannte Influenzer, Leute, die auf Youtube ihr Wissen feil bieten, unterrichten uns unablässig über den neuesten Stand der Technik. Zugleich sind sie ein wichtiger Werbefaktor der Industrie. Nicht zuletzt sind sie für den Rezipienten eine Möglichkeit, zu erfahren, welche Moden es gerade hinsichtlich der Darstellung gibt. Sonnensterne werden diskutiert, Rolling Shutter und Reihenauslösungen sind ein immer wieder kehrendes Thema. Ist der Prozessor zu langsam und der Pufferspeicher zu klein, fängt der Auslöser bei 20 Bildern pro Sekunde nach wenigen Augenblicken an zu stocken. Ob man im fotografischen Alltag eine derart absurde Geschwindigkeit benötigt, die zugleich eine Produktion von immensem Datenmüll zur Folge hat, sei mal dahin gestellt.
Dass die aktuellen Pixelmonster überdies professionell filmen können, sei nur am Rande erwähnt, denn das ist eine völlig andere Thematik.

