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Werner Wurst – Exakta – Kleinbildfotografie
Werner Wurst machte sich als Autor einiger wichtiger Fotobücher einen Namen. Neben dem „Fotobuch für alle“ und der „Pentischule“ ist es das „Exakta“-Buch, das ihn bis heute im Gedächtnis vieler Fotofreunde bleiben ließ. Mit dem Wiederaufkommen der traditionellen Filmfotografie dürfte auch mancher jüngere Interessent auf seine Werke stoßen, werden sie doch ungebrochen im Internet von angemessenen bis überteuert angeboten.
Das Manuskript ist eine Fotoschule, wie es sie für eine ganze Reihe von Apparaten, Praktica, Pentacon Six u.a., gibt. Nach einer historischen Einführung und der Beschreibung der Besonderheiten der Exakta geht es darum, wie man zu ordentlichen Fotos kommt. Reizvoll an der Lektüre ist heute, dass der Leser erfährt, mit welchen Problemen sich der Fotoenthusiast im Jahre 1964 herumschlagen musste.
Da werden Filmmaterialien empfohlen, der Umgang mit Filtern beschrieben oder die seinerzeit verschieden Blitzarten analysiert. Erheiternd aus heutiger Sicht ist die Anleitung zum Gebrauch von sogenanntem Blitzpulver, einer Methode, die man heuer allenfalls aus alten Filmen kennt.
Neben ganz nüchternen Passagen pflegt Wurst an mancher Stelle einen leicht didaktischen Stil, der den Leser zum Schmunzeln anregt: „Der Selbstauslöser der Exakta Varex wird von vielen Lichtbildnern zu wenig verwendet, und sie vergessen, dass er eine sehr ernst zu nehmende bildgestaltende und auch eine technische Funktion hat..... beim Schaffen von unvergänglichen Erinnerungswerten. Und dazu gehört es eben auch, dass in einer nett angeordneten Personengruppe der Lichtbildner selbst mit erscheinen kann.“ Irgendwie müssen 400 Seiten ja gefüllt werden.